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Rosenheim, 25. Oktober 2012 – Den König der Landstraße gibt es nicht mehr. Lkw-Fahrer sehen ihre Verantwortung als Teil der Transportkette. Was den Beruf prägt, zeigt die BTK Befrachtungs- und Transportkontor GmbH in einer Umfrage bei 185 Fahrern mit dem Titel „Fahrer – gestern, heute und morgen. Ein Beruf mit Zukunft?“

Jeder fünfte der 185 Fahrer, die zwischen Juli und September 2012 an der Umfrage „Fahrer – gestern, heute und morgen. Ein Beruf mit Zukunft?“ teilgenommen haben, geht in den nächsten zehn Jahren in den Ruhestand. Der angekündigte Fahrermangel verschont den inhabergeführten Mittelstand nicht. Deshalb sollen die Studienergebnisse Stellhebel für Politiker, Verlader und Transportlogistiker aufzeigen, die den Beruf des Fahrers attraktiv machen. Dazu hat die BTK Befrachtungs- und Transportkontor GmbH aus Rosenheim gemeinsam mit Johann Dettendorfer Spedition Ferntrans GmbH & Co. KG (Nussdorf und Geesthacht), Spedition Alfred Renn GmbH & Co. KG (Lauterbach) und Spedition Faißt (Baiersbronn) mit einer Rücklaufquote von 60 % insgesamt 318 festangestellte Fahrer gefragt, wie sie ihren Beruf heute sehen und was sie von der Zukunft erwarten.

Anerkennung als Teil der Transportkette
Generell ist die Sicht des eigenen Berufs eher positiv. 62 % der Fahrer sehen ihre Verantwortung als Teil der Transportkette. Nur ein Drittel fühlt sich als Buhmann der Nation. Den König der Landstraße gibt es nicht mehr. 39 % haben den Beruf gewählt, weil sie gerne unterwegs sind. Obwohl nahezu jeder zweite Fahrer mindestens ein Kind im Haushalt hat, wünschen sich die Fahrer eher mehr Geld auf dem Konto (48 %) als Zeit zu Hause (18 %). Die ungünstigen Arbeitszeiten rangieren auf der Hitliste der Faktoren, die die Lebensqualität derzeit am meisten einschränken, auf dem vierten Platz. Die Spitze der Liste führen Rahmenbedingungen an, die nicht in der Hand des Arbeitgebers liegen. Rund jeder fünfte Fahrer bemängelt die hohen Preise für Unterwegsverpflegung bei zu niedrigen Spesensätzen (21 %), gefolgt von der mangelnden Infrastruktur mit schlechten Park- und Rastmöglichkeiten (20 %) sowie das starke Verkehrsaufkommen (19 %). Mit Blick auf potenzielle Arbeitgeber schätzen 50 % der befragten Fahrer vor allem gute Sozialleistungen und pünktliche Bezahlung für einen Job, in dem sie mitdenken, selbstständig handeln und Verantwortung übernehmen dürfen (38 %).

Im Kern gar nicht so schlecht
Die Verantwortung dafür, dass der Beruf langfristig für den Nachwuchs attraktiver wird, sehen 47 % der befragten Fahrer bei der Politik und 40 % beim Arbeitgeber. Nur 13 % glauben, dass ein gutes Image über Kampagnen der Verbände und Institutionen wirksam ist. Für einen praxisnahen Einblick in den Alltag der Fahrer untersucht die Studie unter anderem, was die Politik mit der Einführung des digitalen Tachografen verändert hat. Fakt ist, dass es die schwarzen Schafe der Transportbranche schwer haben, Fahrer zu manipulieren. Zwei Drittel der Fahrer geben an, dass sich die strikte Kontrolle positiv auf die Lenkzeiten ausgewirkt hat. Dagegen sind die Wartezeiten für 57 % unverändert und für jeden dritten der befragten Fahrer sogar schlechter geworden. 70 % erwarten hier zukünftig keine Verbesserung. Zudem birgt der Missbrauch von Wartezeiten für Paletten oder Be- und Entladen Frustpotenzial. Obwohl diese Aufgaben im Verantwortungsbereich des Verladers liegen, schluckt ein Drittel der Fahrer diese Tätigkeiten stumm als „notwendiges Übel“. Nur 35 % der Fahrer kreuzen bei Paletten und 14 % bei Be- und Entladen „ganz und gar nicht akzeptabel“ an. Als wichtige Kernaufgabe des Berufs sehen 70 % der Fahrer die Ladungssicherung und die Fahrzeugkontrolle. Ebenso viele halten Fracht- und Zollpapiere bearbeiten für einen wichtigen oder zumindest machbaren Teil ihres Berufs.

Teamorientierte Zukunft noch nicht vorstellbar
Der demografische Wandel verschärft den Wettbewerb um Arbeitskräfte. Damit der Fahrerberuf zukünftig mit Arbeitsplätzen aus Handwerk, Industrie und Handel konkurrieren kann, untersuchte die Studie, wie attraktiv Zukunftsvisionen mit freizeitkompatibleren Arbeitszeiten oder weniger Stress durch hohes Verkehrsaufkommen in überlasteten Infrastrukturen sind. 43 % der befragten Fahrer können sich organisierte Netzwerkverkehre mit kurzen Fernverkehrsstrecken in einem Zeithorizont von zehn Jahren vorstellen. Dagegen ist die Übernahme satellitengesteuerter Lkw an Autobahnknotenpunkten für den Nahverkehr in der Vorstellung von 91 % der Fahrer in den nächsten zwanzig Jahren ein Ding der Unmöglichkeit. Ein Grund dafür ist, dass 95 % der Meinung sind, dass Fahrer und Fahrzeug zusammengehören. „Noch sprengen teamorientierte Arbeitsmodelle mit wechselnden Fahrzeugen die Vorstellungskraft vieler Fahrer“, stellt Franz Weiß, Geschäftsführer der BTK Befrachtungs- und Transportkontor GmbH und Initiator der Studie fest. „Während wir heute mit pünktlicher Bezahlung und dem Angebot das Fahrzeug mit nach Hause nehmen zu können, am Markt noch einen Wettbewerbsvorteil haben, müssen wir bereits jetzt gemeinsam mit unseren Fahrern darüber nachdenken, wie wir in zehn oder zwanzig Jahren den Wettbewerb im Arbeitsmarkt gewinnen können.“

Klare Appelle für eine attraktive Zukunft
Als Fazit der Studie beziehen die teilnehmenden Unternehmen in vier Appellen an Politik, die Verlader, Transportbranche und Fahrer Stellung:
• Für mehr Nachwuchs muss die Politik die Ausbildungszeit von Berufskraftfahrern drastisch verkürzen, sodass auch kleinere Unternehmen ausbilden können.
• Für einen produktiven Fuhrpark und motivierte Fahrer müssen sich Transportlogistiker und Verlader auf ihre jeweiligen Kernaufgaben konzentrieren.
• Statt im Jammertal zwischen Kostendruck und Fachkräftemangel zu versinken, muss die Transportbranche mit Kostentransparenz und Selbstbewusstsein auf Augenhöhe standhaft verhandeln.
• Arbeitsplätze in einer industrialisierten Transportwelt müssen gemeinsam und im Dialog mit heutigen und zukünftigen Fahrern entwickelt werden.

 
Der ausführliche Berichtsband zur Studie mit 22 Seiten, 19 Abbildungen und vier Appellen kann als PDF unter fahrerstudie@btk.de angefordert werden.

Für Pressefotos, druckfähige Grafiken und weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:
Gisela Blaas
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