Zum Herunterladen der ZIP-Datei mit allen hochauflösenden Bildern bitte anklicken. Den Link zum zweiten Teil der Bilder finden Sie am Ende des Textes. Quelle: KfdM

Die 25 eigenen Lkw der frischli Milchwerke werden nicht von Disponenten, sondern von der Auftragsannahme gesteuert. Dort sind seit 2011 das Transportmanagement- und Telematiksystem Opheo und fahrerbezogene Bordrechner auf Smartphone-Basis im Einsatz.

Text als WORD-Datei: Frischli_initions_final

Vollzeit-Disponenten für die 25 eigenen Lkw sucht man hier vergeblich. Bei der frischli Milchwerke GmbH mit Sitz im niedersächsischen Rehburg-Loccum „ist die tägliche Planung der 40 bis 45 Touren mit durchschnittlich vier Abladestellen quasi ein Nebenprodukt“, verrät Heinrich Krumwiede, der den Werkverkehr der Molkerei verantwortet. Das Einteilen der Kühlfahrzeuge liegt hier in den Händen der Auftragsannahme. Die sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung haben dabei nicht nur Umsatz, Wunschtermine und Kundenzufriedenheit im Auge, sondern auch die verfügbaren Laderaumkapazitäten der Folgetage. Im direkten Kontakt mit den Handels-, Industrie- und Großverbraucherkunden können Engpässe und Freiräume durch gezielte Verkaufsgespräche gut und vor allem frühzeitig ausgeglichen werden. „Die Kollegen sorgen dadurch schon beim Bestelleingang für eine gleichmäßige Auslastung“, stellt Krumwiede fest.

Mehrstufiges Auswahlverfahren

Rund 70 Prozent des Warenausgangs werden bei frischli auf diese Weise mit eigenen Sattelzügen disponiert. Jeder der 50 fest angestellten Fahrer fährt dafür bis zu drei Touren am Tag. Bei den übrigen 30 Prozent handelt es sich zum großen Teil um Exportgüter. Diese werden durch einen festen Stamm an Logistikdienstleistern zu ihren Zielen befördert. Insgesamt verlassen pro Tag etwa 1.600 Paletten mit Molkereiprodukten das Werk. Rohstoffe, Verpackungsmaterial, leere Paletten und Container sorgen für Rückfracht.

Zum Optimieren der eingespielten Abläufe entschied sich frischli 2010 für die Einführung einer modernen Dispositions- und Telematiklösung. Nach einem mehrstufigen Auswahlverfahren mit ursprünglich sechs Anbietern fiel die Wahl auf das Transportmanagementsystem Opheo der initions AG. Zu den Besonderheiten der seit Januar 2011 eingesetzten Software zählt die grafische Plantafel. Auf einem Gantt Chart wird die Fuhrparkauslastung im Tagesverlauf dargestellt. „Daran lässt sich schnell erkennen, zu welchen Zeiten noch Kapazitäten frei sind oder zusätzliche Fahrzeuge benötigt werden“, sagt Krumwiede.

Probleme früh erkennen

Die Auftragsdaten erhält Opheo über eine Schnittstelle aus dem bei frischli eingesetzten SAP-System. Dorthin werden die Plandaten nach dem Bilden der Touren durch Opheo auch wieder zurückgespielt, damit die Mitarbeiter im Lager die Kommissionierung vorbereiten können. Speziell für frischli hat initions zudem eine Kostenvergleichsfunktion entwickelt. Damit können auf einen Blick die Kosten gegenüber gestellt werden, die eine Tour mit eigenem Fahrzeug oder alternativ bei Fremdvergabe an eine Spedition verursacht. Eine weitere Hilfe liefert die ebenfalls integrierte Anzeige der zu erwartenden CO2-Emissionen, die bereits bei der Planung fahrzeugindividuell vorausberechnet werden.

„Ebenfalls sehr praktisch ist die Echtzeit-Aktualisierung von Opheo“, so Krumwiede. Die Lösung setzt auf eingebaute Propagationsalgorithmen, mit deren Hilfe die Auswirkungen von Umplanungen, Staus und Verzögerungen im Ablauf einer Tour vorausgesagt werden können. „Damit können wir sehr früh erkennen, welche Terminverletzungen oder Lenkzeitüberschreitungen in den nächsten Stunden auftreten werden – und rechtzeitig darauf reagieren“, erläutert der Logistikexperte.

Automatisierte Abläufe

Das Auftragsmanagement zwischen Büro und Lkw funktioniert bei frischli mit kompakten fahrerbezogenen Bordrechnern auf Smartphone-Basis. Per Knopfdruck werden die Touren an die von HTC stammenden Geräte übertragen. Das Display zeigt dem Fahrer die anstehenden Aufträge und gegebenenfalls die aktuellen Änderungen an. „Auf dem Rückweg der erledigten Tour kennen die Fahrer in der Regel schon das Arbeitsprogramm des nächsten Tages und können bei der Heimkehr umgehend zum  entsprechenden Ladetor fahren“, so Krumwiede. Außer der täglich einmaligen An- und Abmeldung am Smartphone entsteht für den Fahrer keinerlei Mehraufwand.

Der Nutzen der Lösung basiert hingegen auf weitgehend automatisierten Abläufen. Im Hintergrund überträgt der Bordrechner nicht nur die aktuellen Positionsdaten, sondern auch technische Informationen der FMS-Schnittstelle sowie die Lenk- und Ruhezeiten des digitalen Tachografen. Hierfür verbindet sich das Smartphone via Bluetooth automatisch mit einer im Lkw eingebauten Truckbox. Diese dient im Fahrerhaus als zentrale Datenschnittstelle zwischen Smartphone, FMS-Schnittstelle und digitalem Tacho.

Gezielte Fahrerschulung

„Durch die fahrerbezogenen Bordrechner können wir die Geschwindigkeitsprofile sowie die Verbrauchs- und Verschleißwerte der Lkw wirklich gerecht auswerten und gezielt optimieren“, erklärt Krumwiede. Für jeden Lkw gibt es zwar Stammfahrer, aber durch die intensive Nutzung des Fuhrparks „wechseln bei uns Fahrer und Fahrzeuge komplett durch.“ Im Schnitt bewege jeder der 50 Fahrer pro Monat sieben bis acht Lkw. Früher konnten Ausreißer beim Dieselkonsum oder eine auffällige Abnutzung der Bremsen nicht eindeutig zugeordnet werden. Dies hat sich durch Opheo grundlegend geändert: Jetzt kann frischli sein Personal gezielt schulen und dadurch die Fuhrparkkosten deutlich senken. Doch damit gibt sich Krumwiede nicht zufrieden. Im nächsten Schritt will er das Transportmanagementsystem Opheo auch am Standort Weißenfels einführen und die sieben dort stationierten Lkw mit der Zentrale in Rehburg-Loccum vernetzen.

Hintergrund: frischli Milchwerke GmbH

Die frischli Milchwerke GmbH ist eine mittelständische inhabergeführte Molkerei. Für die Versorgung der Produktion und Belieferung der Kunden setzt das im Jahr 1901 gegründete Unternehmen auf einen eigenen Fuhrpark mit insgesamt 32 Sattelzügen. Insgesamt beschäftigt Frischl 610 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die im Jahr 2010 einen Umsatz von 321 Millionen Euro erwirtschafteten und dafür 744.000 Tonnen Milch verarbeiteten.

Der Hauptsitz des Unternehmens liegt in Rehburg-Loccum. Hier werden Produkte wie H-Milch, Milchpulver und Sahne hergestellt. Die Molkerei Weißenfels/Saale wurde 1992 als Spezialbetrieb für Speisequark völlig neu aufgebaut. An diesem Standort wird neben H-Milch die bekannte Milchquark-Mahlzeit Leckermäulchen produziert.

Das frischli Milchwerk Huber in Eggenfelden wurde 1996 übernommen. Eggenfelden gehört europaweit zu den größten Produzenten von Kaffeesahne-Portionen und produziert jährlich über eine Milliarde Cups.

Hintergrund: initions AG

Die initions AG ist ein Softwarehaus mit Sitz in Hamburg, das sich auf intelligente, innovative Lösungen für Planung und Controlling spezialisiert hat. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Transportmanagement, Optimierung und Business Intelligence. „Innovative IT solutions“ bedeutet, dass die Softwarelösungen von initions mit- und vorausdenken: Naturanaloge mathematische Algorithmen erstellen optimierte Detailpläne. Intelligente Routinen prüfen alle Änderungen dieser Pläne auf Konsistenz und zeigen Fehler und Engpässe auf. Auf diese Weise wird die tägliche Logistikplanung optimal gesteuert. Schon im Jahr 2001 bestätigte der Gründerpreis von ZDF, McKinsey und Stern die Einzigartigkeit dieser Produktidee. Weitere Informationen unter: www.initions.com.

Zweiter Teil der Bilder als ZIP-Datei

Sprache wählen:      

Neue Video Beiträge
Anwenderberichte