Die Spedition Heinrich Koch hat jetzt auch die 130 im Fernverkehr tätigen Lkw der mit der Telematiklösung PSV3 von TIS ausgestattet. Von der Investition profitieren sechs Verwaltungsfunktionen, die Fahrer sowie alle Kunden.

Telematik hat bei Koch-International eine lange Tradition. Schon vor einigen Jahren hat der westfälische CargoLine-Partner seine rund 90 Nahverkehrsfahrzeuge mit mobilen Bordcomputern vom Typ PSV3 ausgerüstet, die mit dem Transportmanagement-System von active logistics verbunden sind. Jetzt hat die traditionsreiche Spedition auch die 130 Fernverkehrs-Lkw mit der bewährten Lösung ausgestattet. Lieferant ist wieder die TIS Technische Informationssysteme GmbH aus Bocholt, die sich am Ende einer Nutzwertanalyse gegen zwei weitere Anbieter durchsetzen konnte.

Doch während das PSV3-System im Nahverkehr vor allem dem Auftragsmanagement dient und elektronische Abliefernachweise erzeugt, verfolgt Koch mit der Investition im Fernverkehr eine ganze Reihe zusätzlicher Ziele. Nicht weniger als sechs Verwaltungs-Abteilungen sollen von dem Projekt profitieren und die Kosten wesentlich reduzieren.

Bei PSV3 handelt es sich um eine mobile Lösung, die ohne Installationsaufwand in einem kleinen stabilen Koffer transportiert werden kann, wodurch Fahrzeugwechsel kein Problem darstellen. Für Koch ist dies ein wichtiges Argument, denn zu den Veränderungen im eigenen Fuhrpark kommen die Wechsel im Fuhrpark der festen Subunternehmer. 50 der 130 Geräte arbeiten in fremden Lkw, die auf diese Weise lückenlos in den Ablauf integriert werden.


Exaktes Fahrerprofil

Die 80 eigenen Fahrzeuge verfügen zusätzlich nur über eine von TIS unter dem Namen „Truckbox“ angebotene Blackbox, mit der unter anderem die Telemetriedaten übertragen werden. Durch die drahtlose Kommunikation mussten die Boxen beim Einbau in die Koch-Flotte nicht aufwändig verkabelt werden, was zu einer extrem kurzen Einbauzeit führte.

Die Box ist via Bluetooth an die FMS-Schnittstelle des Fahrzeugs angeschlossen. Auf diese Weise können die CAN-Bus-Fahrzeugdaten ausgelesen werden. Zur Verfügung stehen unter anderem der Dieselverbrauch, der bisherige Gesamt-Kraftstoffkonsum, der momentane Tankfüllstand, die Fahrstrecke bis zur nächsten Inspektion, Motortemperatur, Stellung des Gaspedals sowie die Bedienfrequenz von Kupplung und Bremse. Insgesamt ergibt sich aus den gesammelten und analysierten Daten ein exaktes Fahrerprofil.

So kann das Fuhrparkmanagement von Koch die eigenen Fahrer besser bewerten und ihr Verhalten gezielt optimieren. „Allein durch die Reduzierung der Dieselkosten werden wir einen großen Teil der Investitionen wieder hereinfahren“, ist sich Heinz-Peter Beste sicher. Als Mitglied der Koch-Geschäftsleitung verantwortet er den IT-Bereich.

Neben den Fahrzeugdaten überträgt die „TruckBox“ auch die spesenrelevanten Arbeits- beziehungsweise Lenk- und Ruhezeiten. Damit können sämtliche Touren und Fahrzeiten aller Fahrer zuverlässig bei der Planung und während der Tour berücksichtigt und zeitnah überwacht werden. Drohende Lenkzeitüberschreitungen können frühzeitig erkannt und der damit verbundene Ärger und Zeitverlust vermieden werden. Schließlich profitiert von diesem Datenpool auch die Lohnabrechnung, die nun „ohne Mithilfe der Disposition die Spesenabrechnung erstellen können und dabei vier Stunden pro Woche sparen“, sagt Beste.

Integrierte Navigation

Die Disponenten spüren die Vorteile von PSV3 aber vor allem bei ihrer eigentlichen Arbeit: Statt zum Hörer zu greifen und – bestenfalls beim ersten Wählversuch – die Fahrer nach dem Stand der Dinge zu fragen, genügt nun ein Blick auf die elektronische Karte. Nicht nur der aktuelle Standort, sondern auch der Zustand der einzelnen Touren und Sendungen ist dort auf einen Blick sichtbar. „Insgesamt wird durch PSV3 deutlich weniger telefoniert“, stellt Beste fest.

Über die direkte Verbindung zwischen Speditionssoftware und Lkw werden via GPRS-Mobilfunk sämtliche Tourdaten direkt in das Fahrzeug übertragen. In die Lösung integriert ist außerdem die automatische Buchung und Überwachung der jeweils eingesetzten Wechselbehälter und -brücken. Hierfür müssen die Fahrer lediglich die Registrierungsnummer der gerade eingesetzten Einheit am Handterminal eingeben. Durch die neue Art der Kommunikation können sich nicht zuletzt auch die Fahrer besser auf ihre Tätigkeit konzentrieren, die obendrein noch durch eine ebenfalls integrierte Navigation unterstützt werden. Für jeden via GPRS eintreffenden Auftrag wird automatisch die kürzeste Route errechnet.

Am Ziel angekommen, registriert PSV3 die Standzeiten bis zur Be- oder Entladung und macht die Speditionsabteilung automatisch auf Stopps aufmerksam, die länger als drei Stunden dauern. Ablieferquittungen werden per Unterschrift auf dem Display der von Psion Teklogix stammenden Handheld-Computer erzeugt und sofort in die Zentrale gesendet. Schon 15 Minuten später steht sie dann auch den Kunden via Internet oder EDI zur Verfügung. Darüber hinaus können sich Verlader und Empfänger permanent über den Lieferstatus informieren und selbständig nach ihren Sendungen recherchieren. „Das ist nicht nur für unsere Kunden einfacher, sondern entlastet auch unsere Service-Abteilung“, so Beste. Nicht zuletzt freut sich darüber auch der Vertrieb, dem die zusätzliche kostenlose Dienstleistung ein weiteres Verkaufsargument liefert.

Marcus Walter

Hintergrund: Koch-International

Die Heinrich Koch Internationale Spedition GmbH & Co. KG ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit über 700 Mitarbeitern. Der Fuhrpark des CargoLine-Partners mit Sitz in Osnabrück umfasst 225 Lkw, von denen ein Drittel im Nahverkehr eingesetzt wird. Die Geschichte des traditionsreichen Transportunternehmens geht bis in das Jahr 1900 zurück. Damals wurde die Firma durch Heinrich Koch gegründet. Seit dem Jahr 2004 führen die Brüder Heinrich Koch jun., Dieter Koch und Peter Koch die Geschäfte – damit verkörpert die jetzige Geschäftsführung bereits die vierte Generation. Die Geschäftsführung wurde per 1. Januar 2009 erweitert um Heinz-Peter Beste und Uwe Fieselmann.

Hintergrund: TIS GmbH

Die TIS GmbH mit Sitz in Bocholt hat sich auf Lösungen für das mobile Auftragsmanagement konzentriert und beschäftigt gegenwärtig rund 40 Mitarbeiter. TIS steht für „Technische Informationssysteme“ und wurde vor über 20 Jahren von Josef Bielefeld gegründet.

Basierend auf Industrie-PDAs mit Windows-CE-Betriebssystemen hat TIS unter der Marke PSV3 diverse Lösungen für Transport und Logistik (PSV3-TL) mit den Schwerpunkten Sammelgutlogistik und Ladungsverkehr entwickelt. PSV3-TL gibt es darüber hinaus in Spezialversionen für Gas- und Flüssigkeitstransporte (PSV3-GFL) sowie die Entsorgungslogistik (PSV3-ESL).

Sämtliche Wartungs- und Reparaturarbeiten führt TIS im eigenen Reparaturzentrum in Bocholt durch. Als Alleinstellung bietet das Unternehmen einen 48- oder sogar 24-Stunden-Service an.

Die innovativen Fahrercomputer werden im Transportbereich bislang vor allem von Sammelgutkooperationen wie CargoLine, System Alliance und 24plus Systemverkehre sowie von Firmen wie SchenkerNight Plus, Camion Transport, Gebrüder Weiss und Transgas eingesetzt. Infos unter www.tis-gmbh.de.

Text als WORD-Datei: TIS_Koch

Am Ziel angekommen, registriert PSV3 die Standzeiten bis zur Be- oder Entladung und macht die Speditionsabteilung automatisch auf Stopps aufmerksam, die länger als drei Stunden dauern.

"Allein durch die Reduzierung der Dieselkosten werden wir einen großen Teil der Investitionen wieder hereinfahren." Heinz-Peter Beste, Mitglied der Geschäftsleitung, Spedition Heinrich Koch.

Der Fuhrpark des CargoLine-Partners mit Sitz in Osnabrück umfasst 225 Lkw, von denen ein Drittel im Nahverkehr eingesetzt wird.

50 der 130 Geräte arbeiten in fremden Lkw, die auf diese Weise lückenlos in den Ablauf integriert werden.

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