Die Drogeriemarktkette Rossmann disponiert täglich rund 400 Auslieferungs- und Versorgungstouren mit Hilfe einer automatisierten Transportplanungs-Software von Wanko. Nach spätestens drei Monaten hatte sich die Lösung amortisiert.

 400 Ausliefer- und Pendeltouren, 600 angefahrene Verkaufsstellen und bis zu 15.000 transportierte Rollboxen – Rossmann bewegt jeden Tag riesige Gütermengen. Dafür steht der Drogeriemarkt-Kette (s. Kasten) ein Fuhrpark mit 85 eigenen und 220 fremden Fahrzeugen zur Verfügung.

 Deren Disposition lief bis vor einigen Monaten noch weitgehend manuell: Die Volumendaten aus der Auftragsdisposition wurden in Excel-Daten übertragen und mit den Rahmentourenplänen des Fuhrparks in Übereinstimmung gebracht. „Am Ende einer Kette automatisierter Verfahren zur Lagerführung und Warendisposition arbeiteten wir noch vergleichsweise altmodisch mit handgeschriebenen Tourenscheinen und –listen“, berichtet Arne Fienemann, der seit zwei Jahren das Transportwesen von Rossmann leitet. Für ihn war von Anfang an klar, dass dieser eingespielte Prozess ein großes Einsparpotenzial bietet. Als Lösung sah er ein automatisches Tourenplanungs-System, das die Auftragsdaten direkt über eine Schnittstelle aus dem Warenwirtschaftssystem erhält.

 Ergonomie entscheidet

Die Realisierung dieses Vorhabens begann im Februar 2008. Fienemann formulierte gemeinsam mit dem Projektteam und Koordinator Henning Kracht die Ansprüche und Anforderungen an ein solches System und suchte nach entsprechenden Anbietern. Bereits im Sommer stellten sechs Softwarehäuser ihre Lösungen vor, von denen sich am Ende die Wanko Informationslogistik GmbH aus Ainring mit der Lösung „Pracar“ durchsetzen konnte.

 Neben den formalen Leistungskriterien entschied dabei vor allem die Anwenderfreundlichkeit. „Wir brauchten eine automatische Tourenplanung, mit der unsere Disponenten und Sachbearbeiter auch umgehen können“, berichtet Fienemann. Der Test dieser Eigenschaft verlief pragmatisch. „Einer unserer erfahrensten Disponenten bekam die Aufgabe, anhand realer Daten mit mehreren Tourenplanungs-Systemen zu arbeiten“, erinnert sich Kracht. Dabei habe sich eindeutig herausgestellt, dass „Pracar die bedienerfreundlichste Lösung ist, die am schnellsten akzeptiert wurde“. Aber nicht nur das: Die Wanko-Lösung lieferte die besten Optimierungsergebnisse ohne lange Wartezeiten. Darüber hinaus können mit „Pracar“ Simulationen gefahren werden, die strategische Entscheidungen unterstützen helfen.

 Erhebliche Einsparpotentiale

Apropos Optimierung: Feste Touren gibt es durch den Einsatz der Tourenplanungs-Software nicht mehr. Für die im Zweischichtbetrieb geplanten Touren ermittelt das Programm die günstigste Streckenführung, wobei die Tourbeginnzeiten automatisch je Tour vorgegeben werden und die jeweiligen Schichtzeiten dynamisch verlaufen. Die Zuordnung bestimmter Zielorte zu einzelnen Fahrzeugen und Fahrern kann sich dadurch ändern. Dafür erhalten die Fahrer jetzt sauber ausgedruckte Tourenscheine, auf denen auch städtische Auflagen oder Baustellen vermerkt sind.

 Das Ergebnis der Tourenoptimierung führt zu einer verbesserten Auslastung und minimierten Strecken. Die damit verbundene Kostensenkung schätzt Fienemann auf fünf bis 10 Prozent. Vor diesem Hintergrund muss sich Fienemann über eine Amortisierung der Investition jedenfalls keine Sorgen machen. Die Projektkosten hatte Rossmann schon nach drei Monaten wieder hereingefahren.

 Hinzu kommen zeitliche Vorteile, denn Pracar beschleunigt und vereinfacht die tägliche Tourenplanung erheblich. Hierfür erhält das System jeden Morgen um 6.00 Uhr die aktuellen Auftragsdaten aus dem ERP-System für die Auslieferungen des übernächsten Tages. „Bei 1.500 Verkaufsstellen, einem Zentral- und fünf Regionallagern ist eine Belieferung innerhalb von 24 Stunden schwer möglich“, erläutert Fienemann. Engpässe in den Filialen werden jedoch durch die dortigen Mindestbestände vermieden, die anhand der registrierten Warenausgänge an den Scannerkassen automatisch überwacht werden. Sobald für einen Artikel der Mindestbestand erreicht ist, generiert das ERP-System beim nächtlichen Datenabgleich für die betreffende Filiale einen Lieferauftrag, der dann am nächsten Morgen an Pracar übermittelt wird.

 Symbiose (aus) Mensch – (und) Maschine

Zusätzlich verfügt das Tourenplanungs-Programm über die relevanten Informationen zu jeder einzelnen Verkaufsstelle. Neben den Geodaten sind dies Gewichtsbeschränkungen und die möglichen Entladezeiten, die je nach Lage der Filiale in einem engen Zeitfenster liegen können. Mit den Volumendaten des ERP-Systems entwickelt Pracar daraus die Tourenvorschläge, die von den Disponenten jederzeit verändert werden können. „Unsere erfahrenen Disponenten und Pracar bilden eine Symbiose. Die Ergebnisse von Pracar werden zu mindestens 90 Prozent übernommen“, berichtet Fienemann.

 Sobald eine Tour freigegeben wurde, stehen die von Pracar prognostizierten Anlieferzeiten via Intranet auch den Verkaufsstellen zur Verfügung. „Das sorgt für höhere Planungssicherheit in den Märkten“, so Fienemann. Ein weiterer Vorteil der Lösung liegt künftig in den Schnittstellen zu den Stammdaten der Verkaufsstellen zur Finanzbuchhaltung sowie dem Zeiterfassungssystem – dies sorgt für eine gemeinsame und stets aktuelle Datenbasis und beschleunigten Prozessen. Auf diese Weise können zum Beispiel in Zukunft  Gutschriften der beauftragten Speditionen beleglos verarbeitet werden.

 Bisher ging die Lösung bereits an den Rossmann-Standorten in Burgwedel, Landsberg und Kiel in den Produktivbetrieb. Die übrigen Regionallager in Leverkusen, Unterschleissheim und Apfelstädt folgen 2010. Der damit verbundenen Umstellung sieht Fienemann sehr gelassen entgegen. „Die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern von Wanko läuft reibungslos und wir haben bei Fragen und Problemen immer einen kompetenten Ansprechpartner“.

 Auch den nächsten Schritt hat Fienemann bereits in Planung: In Zukunft sollen die Fahrzeuge mit Telematikgeräten ausgerüstet werden – damit erfolgt eine weitere Verbesserung der Dispositionswerte und die Bestandsführung der hauseigenen Rollboxen kann permanent erfolgen.

Marcus Walter

 Hintergrund: Dirk Rossmann GmbH

Die Dirk Rossmann GmbH ist ein inhabergeführtes Unternehmen, das sich mehrheitlich im Besitz der Familie Roßmann befindet. Firmengründer Dirk Rossmann gilt in der Branche als Erfinder der Drogerie Discount-Märkte. Die im Jahr 1972 mit dem ersten „Markt für Drogeriewaren“ gegründete Firma hat ihren Sitz in Burgwedel bei Hannover. Allein in Deutschland betreibt der Pionier mittlerweile mehr als 1.500 Filialen. Hinzu kommen 630 Märkte in Polen, Ungarn und Tschechien. Im Jahr 2008 erwirtschaftete die Gruppe einen Umsatz von 3,85 Milliarden Euro. 40 Prozent der Anteile gehören der weltweit tätigen A.S. Watson Gruppe.

 Hintergrund: Wanko Informationslogistik GmbH

Die im süddeutschen Ainring beheimatete Wanko Informationslogistik GmbH entwickelt seit 37 Jahren innovative Lösungen für die Logistik und beschäftigt heute rund 40 Mitarbeiter. Wanko bietet Softwarelösungen für die optimierte Steuerung sämtlicher Warenbewegungen im Lager und beim Transport. Für diesen integrierten Ansatz ist das Unternehmen im Jahr 2006 mit dem renommierten Preis „Bestes Produkt“ der Messe LogiMAT ausgezeichnet worden. Als wesentliche Alleinstellungsmerkmale des ganzheitlichen Logistiksteuerungssystems gelten für das TPS, die „automatische Tourenoptimierung“ und für das LVS, die „LVS – Systemimplementation“. Gestartet als Unternehmensberatung entwickelte sich Wanko mit den rasant wachsenden technischen Möglichkeiten der Informationstechnologie zu einem führenden Softwareanbieter mit namhaften Kunden aus Industrie, Handel und dem Transportgewerbe. Alexander Wanko leitet das Familienunternehmen bereits in der zweiten Generation.

Text als WORD-Datei: Wanko_Rossmann_final

Die Drogeriemarktkette Rossmann disponiert täglich rund 400 Auslieferungs- und Versorgungstouren.

„Einer unserer erfahrensten Disponenten hat mehrere Tourenplanungs-Systemen getestet.“ Henning Kracht .

Feste Touren gibt es durch den Einsatz der Tourenplanungs-Software nicht mehr.

Die Projektkosten hatte Rossmann schon nach drei Monaten wieder hereingefahren.

Die Dirk Rossmann GmbH ist ein inhabergeführtes Unternehmen, das sich mehrheitlich im Besitz der Familie Roßmann befindet.

„Die Zusammenarbeit mit Wanko läuft reibungslos und wir haben immer einen kompetenten Ansprechpartner“. Arno Fienemann.

Bisher ging die Lösung bereits an den Rossmann-Standorten in Burgwedel, Landsberg und Kiel in den Produktivbetrieb.

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