Fulda, 18. Mai 2009 – Die VDI-Gesellschaft Fördertechnik Materialfluss Logistik (VDI-FML) definiert in einer neuen Richtlinie verbindliche Mindestwerte für die Qualität von Antirutschmatten. Ab sofort dürfen nur noch Antirutschmatten eingesetzt werden, die über eine bestimmte Reißdehnung und Zugfestigkeit verfügen. Diese Vorschriften sind vor allem bei Unfällen mit Personenschäden relevant und können strafrechtliche Folgen für die Verantwortlichen der Ladungssicherung nach sich ziehen. Details stehen im jetzt erschienenen „Blatt 15“ der VDI-Richtlinie 2700.

Zum Sicherstellen einer ausreichenden Qualität sollen Antirutschmatten mit Hohlraumanteil über eine Zugfestigkeit (sM) von mindestens 0,6 Newton pro Quadratmillimeter (N/mm²) verfügen. Die Reißdehnung muss mindestens 60 Prozent betragen. Damit dürfen Bautenschutzmatten nicht mehr als Antirutschmatte eingesetzt werden. Die neue Richtlinie zu den rutschhemmenden Materialien VDI 2700 „Blatt 15“ schafft eine objektive Basis zum Prüfen der eingesetzten Hilfsmittel für die Ladungssicherung, die im Schadensfall auch von den Strafverfolgungsbehörden herangezogen werden kann.

Damit hat „Blatt 15“ auch erhebliche Folgen für die Einkäufer und Logistikleiter, denn die Ladungssicherung hat nach neuestem technischen Standard zu erfolgen. Andernfalls stehen die Beteiligten ab sofort mit „einem Bein im Gefängnis“. Betroffen sind auch Hersteller und Händler, die keine Antirutschmatten mit minderer Qualität mehr liefern dürfen.

Sobald ein schwerer oder gar tödlicher Unfall passiert, werden Polizei und Staatsanwalt die verwendeten Antirutschmatten sicherstellen. Anschließende Untersuchungen können die Lieferkette bis zum Hersteller der Ladungssicherung-Materialien zurückverfolgen.

Die VDI-Richtlinie 2700 Blatt 15 gilt unter anderem den so genannten „Anti-Rutsch-Matten mit Hohlraumanteil“. Diese Art der rutschhemmenden Materialien (RHM) ist die am meisten verwendete Antirutschmatte und eine sehr preisgünstige Variante, die in Millionen-Stückzahlen zur Ladungssicherung eingesetzt wird.

Sie bestehen aus Gummigranulat, das mit dem Bindemittel Polyurethan (PU) zu einer stabilen Antirutschmatte verklebt wird. Das Material verfügt auch bei wechselnden Temperaturen über sehr hohe Sicherheitsreserven und kann mehrfach eingesetzt werden. Das Grundmaterial Gummigranulat wird überwiegend aus Altreifen gewonnen. Je mehr PU bei der Produktion eingesetzt wird, desto langlebiger und damit kostengünstiger sind die Antirutschmatten. Menge und Qualität des eingesetzten Bindemittels entscheiden dabei nicht nur über die Festigkeit, sondern auch über die Herstellungskosten: Polyurethan ist hier der größte finanzielle Faktor.

Für qualitätsbewusste Hersteller hat Blatt 15 keine direkten Auswirkungen. So erfüllt bereits die Standard-Antirutschmatte „MT Premium“ von Marotech die jetzt verbindlichen Vorgaben bereits seit 2003. Selbst die dünnste lieferbare Antirutschmatte (3 mm) aus PU-gebundenem Gummigranulat erreicht die vorgeschriebene Reißdehnung von 60 Prozent und überschreitet mit einem Wert von sM = 0,90 N/mm² die geforderte Mindest-Zugfestigkeit von sM = 0,6 N/mm² deutlich.

Marotech ist bekannt als einer der größten deutschen Hersteller von Antirutschmatten mit hohen Reibbeiwerten. Selbst die Standard-Qualität von Marotech beginnt mittlerweile bei einem Reibbeiwert von µ = 0,7. Bereits im Jahre 2001 setzte das Unternehmen durch eine Anti-Rutsch-Matte mit dem Reibwert µ = 0,9 einen Meilenstein. Für die Antirutschmatte „MT Supergrip“ erhielt Marotech auf der LogiMAT 2006 von einer unabhängigen Jury aus Logistikexperten, Professoren und Fachjournalisten den renommierten Preis „Bestes Produkt“. Weitere Infos unter www.marotech.eu

Die Richtlinie VDI 2700 „Ladungssicherung auf Straßenfahrzeugen“ ist ein Standardwerk, das die Prinzipien und bewährten Methoden zur Ladungssicherung aufzeigt. Die derzeit rund 20 Folgeblätter zur Richtlinie VDI 2700 ergänzen das Regelwerk und gelten als der aktuelle Stand der Technik.

Die DIN EN-Normen, DIN-Normen und VDI-Richtlinien sind jedoch keine Gesetze, sondern Regeln der Technik. Bei Kontrollen und Unfällen werden sie von der Polizei zum Beurteilen der vorgenommenen Sicherungsmaßnahmen herangezogen. Sie dienen zugleich als Bemessungsgrundlage für Ordnungswidrigkeiten gemäß § 22 Absatz 1 StVO.

Datei als WORD-Datei: PI_Marotech_B1415

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